Mit Bodenplatte oder Keller bauen?
28Mrz
Keller und Bodenplatte

Mit Keller oder Bodenplatte bauen?

Eine der wichtigsten Entscheidungen beim Hausbau: mit oder ohne Keller? Diese Entscheidung fällt nicht jedem Bauherren oder Bauherrin leicht, denn ein Haus kann später relativ leicht vergrößert werden, jedoch lässt sich ein Keller nicht nachrüsten. Auf der anderen Seite kostet die Vollunterkellerung eines Einfamilienhauses das Drei- bis Zehnfache einer einfachen Bodenplatte.

Was kostet ein Keller?

Diese Frage lässt sich Pauschal nicht beantworten, aber zumindest mit einigen Beispielen verdeutlichen. Wenn Sie ein Fertighaus bauen möchten, bietet es sich an auch gleichzeitig einen Fertigkeller zu bestellen. Hier bieten einige Hersteller mit dem Mitbau-, dem Ausbau- und dem Fertigkeller drei unterschiedliche Modelle an. Während bei der ersten Varianten der Bauherr auch die Bodenplatte inklusive der Entwässerung selbst legen muss, braucht er sich beim Ausbaukeller nur um die Isolierung, die Erdarbeiten und bei einigen Angeboten auch um die Kellerinntreppe zu kümmern. Die unterschiedlichen Ausführungen spiegeln sich deutlich im Preis wieder: Ein Mitbaukeller kostet für eine Standardgröße von ca. 80 m2 ca. 20.000 Euro, als Ausbaukeller ca. 25.000 Euro und als Komplettkeller ca. 30.000 Euro.

Was kostet eine Bodenplatte?

Die Frage ist deutlich einfach zu beantworten. Rechnen Sie bei einer Größe von 80 m2 mit ca. 10.000 Euro und genau hier fangen die Überlegungen an. Ein Keller wird ebenfalls auf eine Bodenplatte gesetzt, sodass Sie für einen Keller also zwischen 10.000 Euro und 20.000 Euro Aufpreis zahlen. Dafür haben Sie aber 60 bis 70 m2 mehr Raum, den Sie je nach Ausführung des Kellers sogar später mit Umbaumaßnahmen als Wohnraum nutzen können. Wer sein neues Haus auf einer Bodenplatte setzt, hat maximal den Dachboden als Stauraum und wird durch einen Technikraum für Heizung und Strom einen Teil seines Wohnraums verlieren.

Alternative zur Vollunterkellerung

Wer seinen Keller aber nur als erweiterten Speicher für Gegenständen nutzen möchte, hat die Möglichkeit zu sparen: Ein halbhoher oder Kriechkeller ist deutlich preiswerter, bietet aber immer noch die Möglichkeiten. Einige Bauträger bieten auch nur eine teilweise Unterkellerung des Hauses, sodass Sie unterirdisch immerhin noch einen Raum zur Speicherung von Gegenständen, Lebensmitteln oder Getränken haben.

Gegebenheiten des Grundstücks beachten

Manchmal stellt sich die Frage aber nicht, weil eine Bebauung mit Keller gar nicht möglich oder sogar im Endeffekt günstiger ist. Finden Sie als erstes heraus, ob auf Ihrem Grundstück der Bau mit einem Keller überhaupt möglich ist. Stellen Sie sich vor 1m unterhalb der Erdschicht ist nur Felsgestein. Hier wäre demnach nicht viel Spielraum für einen Keller, es sei denn Sie nehmen viel Geld in Hand und beauftragen eine Fachfirma eine entsprechenden Aushub in den Fels zu sprengen.

Liegt Ihr Grundstück an einem Hang? Dann könnte es sogar die günstigere Alternative sein, sich für einen Keller zu entscheiden. Eine Aufschüttung für die Schaffung einer ebenen Fläche zu Bebauung ist nicht unbedingt günstiger. Es muss Material gekauft, zur Baustelle transportiert und verdichtet werden. Hinzukommt der Aspekt, das ein Keller am Hang sich für den Ausbau einer Souterrain-Wohnung anbietet. Dadurch, dass nicht der ganze Keller unter der Erde verschwindet, kann ein anderes Lichtkonzept erarbeitet werden. Perfekte Bedingungen für einen Wohnraumkeller mit separaten Außeneingang.

Mehrkosten bei hohem Grundwasser

Achtung: Wer sich Gedanken um einen Keller macht, sollte auch einen Blick in ein geologisches Gutachten werfen, um versteckte Kosten zu finden. Befindet sich Ihr Grundstück in einer Region mit drückendem Grundwasser oder gar in einem Hochwassergebiet, ist der Bau ob Keller oder Bodenplatte mit einer weißen Wanne unumgänglich. Die Mehrkosten für eine Ausführung mit weißer Wanne, die in der Regel aus wasserundurchlässigem Beton und speziell abgedichteten Fugen bestehen, liegen zwischen 8.000 und 15.000 Euro. Der Preis eines Kellers mit weißer Wann kann also ohne Weiteres dann 40.000 Euro kosten, was dann ein tiefes Loch in die Baufinanzierung reißt.

Kosten bei einem Wohnkeller

Angenommen Sie haben sich für einen Keller mit möglicher Einliegerwohnung entschlossen, dann müssen Sie beachten, dass auch das Kellergeschoss den jeweiligen KfW-Förderungen gerecht werden muss. Ist Ihr Neubau ein KfW-Energieeffizienzhaus 55, dann muss auch der Wohnkeller als KfW-55-Ausführung angefertigt werden, da sonst die KfW-Anforderungen nicht erfüllt sind und somit auch die KfW-Förderung. Hier ein Tipp von uns: Wenn Sie den Keller erst später zu einem Wohnkeller umbauen möchte, reicht es völlig aus, wenn Sie den Kellerzugang für die jeweilige KfW-Effizienzstufe ausbauen. Das spart im ersten Schritt Geld.
Wer also ein Haus baut sollte auf jeden Fall sich Gedanken zum Keller machen, denn das ist in der Tat eine der wenigen Punkte, die im Nachhinein nicht mehr geändert werden können. Fragen Sie Ihren Bauträger nach Sonderangeboten und Aktionen! Hier besteht auch noch mal Sparpotenzial.