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Bodengutachten: Kosten und Notwendigukeit
30Apr
Ratgeber

Bodengutachten: Kosten und Notwendigkeit

Bevor Sie mit der Haus Planung loslegen können sind einige Faktoren zu klären, dazu gehört die Erstellung eines Bodengutachtens. Und nun Fragen Sie sich: Was ist Ein Bodengutachten, wer fertigt es an und warum wird es benötigt?

Ein Bodengutachten ist eine geotechnische Untersuchung, die auf dem zu bebauenden Grundstück von einem Geologen angefertigt werden sollte. Bereits vor der Planung eines Hauses, spätestens zur Erstellung des Bauantrages, muss der Baugrund untersucht werden. Hierzu wird eine Bodenprobe bzw. zwei Sondierungen in der Tiefe von vier bis sechs Metern  an der Stelle entnommen und im Labor untersucht, an der das Haus später stehen soll. Ein Ausgebildetem Fachmann prüft die Auffüllung, die Bodenbeschaffenheit, die physikalischen Eigenschaften des Bodens (fachlich als bodenmechanische Kennwerte bezeichnet), die Höhe des Grundwassers und eine mögliche Kontaminierung auf Altlasten.

Warum brauchen Sie ein Bodengutachten?

Notwendig ist eine Baugrunduntersuchung alle mal, den sie minimiert ein mögliches Schadensrisiko. Sie erhalten durch die Untersuchung z.B. Informationen der Tragfähigkeit Ihres Bodens. Angenommen Sie haben auf Ihrem Grundstück lockeren sandigen Boden: Das Haus wird gebaut, der lockere sandige Boden ist jedoch nicht ausreichend Tragfähig und das Haus bekommt Setzungsrisse! Oder noch schlimmer – es setzt sich an einer Seite stark ab und das Haus würde schief stehen. Mit einem Bodengutachten wird die Bodenbeschaffenheit im Vorfeld geklärt und der Untergrund kann dem entsprechend technisch vorbereitet werden. Sie sehen die Untersuchung bewahrt Sie vor Überraschungen und hilft Ihnen bei der Kalkulation der Kosten. Je mehr Sie vorab in Erfahrung bringen können, um so genauer kann mit dem Architekten und Statiker geplant werden.

Beispiele für Mehrkosten:

  • drückendes Grundwasser ( eine weiße Wanne kostet etwa ab 8.000€)
  • mehr Aushub und dadurch mehr Entsorgungssysteme
  • Anheben des Hauses auf Straßenniveau
  • Verdichten der Baugrube
  • Pfahlgründung
  • Änderungen am Fundament oder Bodenplatte
  • eine Drainage
  • Sprengungen wegen Felsen

Das sind nur einige Beispiele, die Sie nicht erschrecken sollen, aber sie sehen wie wichtig ein Baugrundgutachten ist. Jedes Grundstück kann technisch bebaut werden, wenn die Planung angepasst wird.

Zu welchem Zeitpunkt wird das Gutachten erstellt?

Am besten beauftragen Sie den Geologen schon vor dem Kauf des Grundstücks, das hat den Vorteil: Ist das Baugrundstück nur mit hohen Mehrkosten zu bebauen, können Sie entweder über den Kaufpreis noch einmal in die Verhandlung gehen oder den Kauf ablehnen.

Der Umfang der Untersuchung?

Für ein Bauvorhaben eines Einfamilienhauses sind vorerst folgende Punkte wichtig und sollten im Basis-Umfang enthalten sein.

  • Baugrundschichten
  • Bodenklasse
  • Grundwasserstand
  • Höchster gemessener Wasserstand
  • Bettungsmodul
  • Bodenpressung/Sohldruck
  • Gründungsempfehlung(Baugrundsituation)
  • Abdichtungsvarianten nach DIN 18195
  • Angaben zu Drainage
  • Angaben zur Versickerungsfähigkeit von Oberflächenwasser (Sickerbaubwerk DWA138)

Zu empfehlen ist es einen ortsansässigen Geologen nach Regionalen Besonderheiten zu fragen und dementsprechend weitere Untersuchungen vornehmen zu lassen.

Ein Beispiel das weitere Aufgaben für den Geologen bedeuten: Angenommen das Regenwasser muss dem natürlichem Wasserkreislauf durch Versickerung wieder zugeführt werden. In vielen Neubaugebieten ist das bereits die bevorzugte Art Niederschlagswasser zu beseitigen, auch in Kombination mit der Regenwassernutzung (sparen Sie Wasser und Geld, indem Sie mit Regenwasser die Toilettenspülung betreiben). Ihr Grundstück hat Regional bedingt einen sehr hohen Grundwasserstand, so muss ein Geologe die Versickerungsverhältnisse untersuchen.

Hydrogeologie/Versickerungsgutachten: Der Boden wird auf die Versickerungsfähigkeit untersucht, wie lange benötigt das Wasser um zu versickern. An Hand der Ergebnisse wird die passende Anlage vorgeschlagen und die genaue Größe errechnet.

Was kostet ein Bodengutachten?

Ein Bodengutachten für ein Einfamilienhaus mit zwei Bohrungen im Baufenster mit dem Standard-Umfang beginnt in etwa bei 450 -600 €. Der Preis steigt wenn weitere Bohrungen (an allen Ecken der Bodenplatte), oder Untersuchungen notwendig sind. In jedem Fall ist ein Bauherr gut beraten, wenn er auch hier Angebote von mehreren Geologen einzuholen.

 

Im Neubaugebiet

Bei einer Besichtigung im Neubaugebiet können Sie sich mit den eventuellen Nachbarn bekannt machen und auch die eine oder andere Frage stellen. Sie bekommen nicht nur einen ersten Eindruck der Gegend und haben gleich Anschluss zur Nachbarschaft gewonnen. Nachbarn im Neubaugebieten sitzen oft im selben Boot und helfen sich häufig gegenseitig, eine Empfehlung eines Geologen der die Gegend/das Neubaugebiet mit seinen Tücken kennt sollte ein Leichtes sein.

Ein Bodengutachten ist wichtig und das Geld auf jeden Fall Wert, den Sie laufen auch nicht Gefahr in einigen Jahren in einem Haus zu wohnen, das derart schief steht wie der Turm in Pisa.

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